Ausblick
Sonntag, 02. März 2025
Die Gesamtanzahl der Blog-Einträge zum Enneagramm zeigt, dass es nicht so einfach ist, das Enneagramm-System verständlich zu vermitteln. Um seine Nummer über diverse Irrwege und Fehleinschätzungen der eigenen Person (wie bei mir geschehen) letztendlich zu finden, bedarf es einer täglichen achtsamen und ehrlichen Beobachtung der eigenen Gedanken und der daraus resultierenden Handlungs- und Reaktionsmuster, was uns wieder zur Bedeutung von Bewusst-Werdung, von Bewusst-Sein bringt. Wenn es dir letztendlich gelingt, deinen eigenen individuellen und darüber hinaus unseren kollektiven Schatten aufzuspüren und anzunehmen, ist das der Beginn von Selbstliebe, Heilung und innerem Frieden.
Über dieses individuelle Ziel (ein Lebensziel, eine Lebensaufgabe) hinaus, dienen die Erkenntnisse aus dem Enneagramm der Verbesserung von Beziehungen und der Kommunikation mit anderen. Wir dürfen erkennen, dass unsere Sichtweise nur eine von neun Hauptsichtweisen ist, die Welt wahrzunehmen und auf sie zu reagieren. Sich allein dessen im Umgang mit Menschen gewahr zu sein, reduziert die Anzahl von Konflikten um ein Vielfaches; nicht nur unseren Politikern könnte daher eine Schulung im Enneagramm-Denken dienlich sein. (Das Enneagramm wird übrigens zunehmend im beruflichen Bereich in der Personal- und Teamentwicklung eingesetzt.) Wenn wir unsere Projektionen aufgeben, wenn wir also unsere Erwartung aufgeben, dass sich unser Gegenüber unseren eigenen Denk- und Verhaltensmustern gemäß äußert und verhält, ist ein Meilenstein auf der Leiter der Bewusstseinsentwicklung erreicht, der uns – weitergedacht – immer tiefer lehrt, mehr und mehr Schritte „in den Schuhen anderer“ zu gehen.
Genau das war übrigens das große Geheimnis von Jesus (siehe Thomasevangelium). Er stand jedem Menschen vorurteils- und erwartungsfrei gegenüber; er wusste um all die konditionierten Denkmuster, die allein uns voneinander und von der Liebe Gottes trennen. Und er schaffte es, durch sie hindurch den göttlichen Kern zu erblicken – und Heilung konnte geschehen. Eigentlich nicht so schwer, klebten wir nicht so am Altbekannten, an dem, was wir stolz „unsere Persönlichkeit“ nennen, als gäbe es keine andere Art des Denkens und der Wahrnehmung. Wer – wie ich selbst – einen „ständig herumturnenden Affengeist“ sein Eigen nennt (das ist nach Tolle die Mehrzahl aller „zivilisierten“ Menschen), braucht neben ganz viel Liebe vor allem Disziplin in Sachen Achtsamkeit und Bewusstsein. Der Kurs in Wundern stillt genau diesen Bedarf, wie ich meine.
Ich wünsche dir viel Freude auf deiner ganz persönlichen Entdeckertour durch dein Leben!
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