Mein aktueller Blog
Den Frieden wollen
Sonntag, 01. Februar 2026
Seit dem letzten Blogbeitrag zum Kurs in Wundern hat es bereits wieder so viele wunder-volle Tagesimpulse gegeben, dass ich gar nicht so recht weiß, welche davon ich für diesen Blog auswählen soll. Es hat ja immer auch damit zu tun, was mich selber derzeit in besonderer Weise triggert, wo der Kurs-Finger in die Wunde meines eigenen Denkens gelegt werden will.
Mit Bezug auf Ken Wilbers Stufenmodell (siehe die beiden vorangehenden Blogs) lässt sich sicherlich leicht feststellen, dass die Botschaften des Kurses zuallererst dem Leser gelten, der sich zutiefst im (unbewussten) Ego-Denksystem bewegt, einerseits in seiner Denkweise recht behalten will und sich schwertut, seine enge, gewohnte Sicht zu weiten, und andererseits unter genau diesem Umstand mit all seinen Konsequenzen leidet und Erlösung und Frieden herbeisehnt. Genau dieser Leidensdruck lässt Menschen aufwachen und neue Wege gehen, zu denen vielleicht der Kurs gehört.
Die erste ganz bewusste Öffnung für neues Denken ist in der heutigen Zeit vermehrt ab der GELBEN Stufe zu finden, was jedoch nicht bedeutet, dass erste Erwachensschritte immer wieder auch unterhalb von GELB stattfinden. Sie alle bahnen letztendlich die Entwicklung in höhere Stufen an. Einstein sagte in diesem Kontext: Probleme werden nie auf der Ebene gelöst, auf der sie entstanden sind. Höhere Bewusstseinsstufen entstehen also letztendlich durch die Erkenntnis, dass die Stufe, auf der man sich befindet, zwar Probleme generiert, nicht aber ihre Lösung bereithält. Die höhere Stufe entsteht also mit anderen Worten nicht auf der horizontalen Linie der Zeit, die ja stets die vergangenen, im Grunde „toten“ Geschichten mehr oder weniger reproduziert (wie könnte aus ihnen eine neue, kreative Lösung hervorgehen?), sondern durch den vertikalen Zugang, der ungeahnte, absolut neue Möglichkeiten in unser Bewusstsein spült.
Zurück zum Kurs. Ich knüpfe an den Blog vom 11.1.26 an und damit an die Erkenntnis, dass unsere Gedanken keine Bedeutung haben. Aus dieser Feststellung folgt Lektion 11: Meine bedeutungslosen Gedanken zeigen mir eine bedeutungslose Welt, eine Welt, deren Wirklichkeit verdeckt ist durch all unsere vergangenen Konzepte und Ideen, die wir über sie gestülpt haben, ähnlich der KI, die sich ebenfalls aus digitalen Informationen der Vergangenheit, sprich: die es bis dahin gibt, speist.
Mit Lektion 14, Gott hat keine bedeutungslose Welt erschaffen, kommen wir zu einer schwierigen, oft missverstandenen Aussage. Ein guter Ausgangspunkt zum Verständnis ist die im Blog vom 23.6.24 beschriebene „Vertreibung aus dem Paradies“. Dort findest du einige Impulse, wie es möglicherweise zur Abspaltung des Geistes aus der göttlichen Einheit gekommen sein könnte. Fakt ist, dass der Mensch in die Abtrennung von Gott gegangen ist und seitdem sein eigenes Ding, sein „Ego-Ding“ macht. Aus diesem abgetrennten Bewusstsein heraus hat er, dank seines freien Willens und seiner Schöpferkraft, ein materielles Universum erdacht, erschaffen (so mächtig ist der Geist!), das nun wie ein Schatten über der göttlichen Wirklichkeit liegt und diese verdeckt. Das hört sich schon ganz schön ver-rückt an, oder?
Eine solche Lektion, die zunächst einfach nur vertrauensvoll geübt sein will, wird im Laufe der Jahre umso wirkmächtiger, als du deine täglichen Erfahrungen daran knüpfst. Ich hatte kürzlich ein einschneidendes Erlebnis von Kontrollverlust. Dabei war ich zunächst höchst unbewusst, habe einen tiefen Schmerz von „Was soll ich nur machen?“ gefühlt. Es hat tatsächlich einige Zeit gedauert, bis ich die Rolle des Beobachters zu diesem Vorfall einnehmen konnte. Ich habe mich dann ganz bewusst auf das schmerzende Gefühl eingelassen, es zugelassen, es durchlebt – solange, bis es sich abschwächte und fließen konnte. Und mit und mit kamen Gedankenfetzen in meinen Geist: Sei im Vertrauen, du bist verbunden, es ist gut für dich gesorgt. (Zum Thema „Gefühle“ lies gerne die Blogs ab dem 26.10.25).
Fazit: Ich habe beide „Wahrnehmungen von Welt“ nacheinander erlebt: zuerst die bedeutungslose, illusionäre des Egos, in der Angst und Trennung regieren, und dann die liebende Wirklichkeit Gottes, die mich in den Frieden zurückgeholt hat. Vielleicht war es das erste Mal, dass ich Lektion 14 so bewusst wahrgenommen habe - und auch meinen freien Willen, der sich für die Abtrennung, die illusionäre Ego-Welt entscheiden kann, aber auch für den darunterliegenden, unendlichen Frieden Gottes. (Der Blogbeitrag „Frieden“ passt ganz gut in diesen Themenbereich.)
Noch ein paar Gedanken zu einem weiteren Tagesimpuls, der mich besonders angesprochen hat. In Lektion 19 heißt es: Ich erfahre die Wirkungen meiner Gedanken nicht allein. Mit der Erkenntnis, dass wir alle verbunden sind, dürfen wir verstehen lernen, dass es keine privaten Gedanken gibt. Jeder Gedanke lehrt das gesamte Universum, heißt es an anderer Stelle im Kurs. Denk dir das Universum als Glas Wasser und einen deiner Gedanken als Tropfen Farbe, den du hineingibst: Das gesamte Wasser färbt sich. Und so dürfen wir nicht nur die Verantwortung für unser Handeln übernehmen, sondern zuallererst für unsere Gedanken, aus denen letztendlich alles resultiert. Genau das meinte Jesus in den Antithesen der Bergpredigt (Mt 5,17-48). Es ging ihm aus meiner Sicht genau um die oben beschriebene Macht unserer Gedanken, die nahezu jeder von uns massiv unterschätzt, weil unsere Gedanken mit unseren klassischen Sinnesorganen nicht wahrzunehmen sind. Im besten Falle nehmen sensible Menschen Schwingungen wahr, die von anderen ausgesendet werden. Anders verhält es sich natürlich mit hellsichtig, hellhörig begabten Menschen.
Negative Gedanken verbreiten Trennung und Konflikt in der Welt, liebevolle Gedanken fördern den Frieden. Welchen Wolf willst du mit deinen Gedanken füttern? Wie möchtest du das Universum lehren?
Es kommt auf deine Entscheidung an, auf das, was du wirklich, wirklich willst.
Eine kleine Erzählung zum Abschluss:
Ein Schüler kommt zu seinem weisen Lehrer. Meister, wie komme ich schnell zur Erleuchtung? Anstelle einer Antwort ergreift der Meister seinen Schüler beim Schopf und drückt ihn unter Wasser. Überrascht lässt dieser es sich zunächst gefallen; als ihm jedoch die Luft ausgeht, strampelt er wie wild um sein Leben. Der Meister lässt von ihm ab und erklärt seinem noch um Luft ringenden Zögling: Wenn du den Frieden so sehr willst, wie du gerade um dein Leben gekämpft hast, dann ist es ganz leicht!
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