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Auf der Suche nach Heilung und innerem Frieden

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Was ist der Heilige Geist?

Sonntag, 01. November 2026


Lange Zeit in meinem Leben konnte ich den Heiligen Geist nicht wirklich mit Inhalt füllen; er hatte für mich etwas Abstraktes, nicht Fassbares.
Da gab es in meiner Jugend das Sakrament der Firmung, durch welches nach katholischem Verständnis in besonderer Weise die Gaben des Heiligen Geistes verliehen werden; das alljährliche Pfingstfest wird in ähnlicher Intention begangen.

Beide Feste, die Firmung wie auch das Pfingstfest, verlieren zunehmend an Bedeutung, weil sie meiner Wahrnehmung nach nicht mehr in ihrer lebendigen Aussagekraft verstanden werden.

Was sagt Jesus im Kurs in Wundern dazu?
Unter „Was ist der HEILIGE GEIST?“ heißt es:
1. Der HEILIGE GEIST vermittelt zwischen Illusionen und der Wahrheit. (…) Über die Brücke, die er bereitstellt, werden alle Träume zur Wahrheit getragen (…). Dort werden Anblicke und Geräusche für immer weggelegt. (…)

Was ist gemeint?
Die materielle Welt der Sinneswahrnehmungen ist gemäß Jesu Lehre im Kurs illusionär, ein Traum, eine kollektiv erdachte Mind-Blase, damit wir Menschwesen die Erfahrung der Trennung vom All-Eins-Sein machen können. (Einige grundsätzliche Gedanken zum Kurs kannst du im Blog vom 7.1.24 nachlesen.)
Die göttliche Wahrheit dagegen ist nicht über unsere äußeren Sinnesorgane wahrnehmbar, im Gegenteil sind diese hinderlich, weil sie die materielle Welt für wahr und die göttliche Wahrheit für unwahr erklären.
Beide Welten, die irdische und die göttliche, liegen übereinander, ineinander, also am gleichen Ort und zur gleichen Zeit - und doch aus irdischer, getrennter Wahrnehmung heraus nicht miteinander verbunden (vgl. dazu den Blog „Jesus und das Himmelreich“ vom 16.6.24).

Weiter heißt es:
2. Das Ziel, das des Heiligen Geistes Lehre setzt, ist ebendieses Ende der Träume. Denn Anblicke und Geräusche müssen von den Zeugnissen der Angst in diejenigen der Liebe übersetzt werden. Wenn dieses ganz und gar vollbracht ist, dann hat das Lernen das einzige Ziel erreicht, das es in Wahrheit hat. (…)

Die materielle Welt, wahrgenommen durch unsere Augen und Ohren, ist ein Zeugnis der Angst. Diese Welt nicht länger durch die täuschenden Sinnesorgane wahrzunehmen, sondern durch unser liebendes Herz, ist das Ziel des Heiligen Geistes. Er wirkt also als Transformator, der Angst in Liebe verwandelt.

3. Wenn du wüsstest, wie sehr dein Vater sich danach sehnt, dass du deine Sündenlosigkeit wahrnehmen mögest, würdest du seine Stimme nicht vergeblich rufen lassen noch dich abwenden von SEINEM Ersatz für die Furcht erregenden Bilder und Träume, die du gemacht hast.
Der Heilige Geist versteht die Mittel, die du gemacht hast (…).
Wenn du sie IHM anbietest, wird er die Mittel (…) dazu verwenden, deinen Geist dem zurückzuerstatten, wo er wahrhaft zu Hause ist.

Wir haben in unserem Geist eine von Gott getrennte, duale Welt erschaffen, in der es Täter und Opfer gibt, Sünder und Sündenlose, Angriff und Verteidigung – eine endlose Kette des Rechthaben-Wollens.
Die alte Theodizee-Frage taucht auf: Warum lässt Gott das zu? Warum beendet er das Spiel nicht?
Tatsächlich ist die Antwort ganz einfach: Gottes Wahrnehmung ist eine gänzlich andere! Auf der niedriger schwingenden materiellen Ebene nehmen wir über unsere Sinnesorgane getrennte Körper wahr: ich hier und du dort. Wir erkennen Unterschiede: hell und dunkel, gut und böse, Täter und Opfer, Recht und Unrecht. Angst und Mangel sind als Resultat dieser Sicht auf die Welt allzeit präsent.
Auf höherschwingenden Ebenen verschwinden diese Unterschiede in unserer Wahrnehmung. Unsere Welt löst sich dabei nicht de facto auf, nein, sie ist für Menschen auf der materiellen 3D-Ebene nach wie vor in altbekannter Weise erfahrbar; für all jene ab der fünften Dimension jedoch lösen sich die Gegensätze auf, das All-Eins-Sein schimmert immer mehr durch. Die allerhöchste göttliche Wahrnehmung ist schließlich nur noch reine Liebe und nichts sonst. Gott hat also nichts zuzulassen oder zu beenden, es existiert für ihn schlichtweg nicht (vgl. dazu die Blogs „Ego-Verstand oder Wirklichkeit“ vom 7.6.26 und „3D oder 5D?“ vom 14.6.26).

Das alles ist sehr schwer zu verstehen, denn der Verstand ist als Werkzeug dieser materiellen Welt dafür gemacht, Unterschiede zu erkennen. Er kann nicht begreifen, dass alle Gegensätze auf einer höheren Ebene zusammenfallen, letztlich EINS sind. Und so weiß Gott nichts von Täter und Opfer, nichts von Schuld und Sündenlosigkeit. Jegliche irdische Idee von Bestrafung eines Schuldigen liegt dem Göttlichen fern. Aber: Der Heilige Geist kommt – ich formuliere es mal so salopp – mit unserer dualen Sicht auf die Welt klar, weil er als vermittelnde Instanz, als Dolmetscher zwischen den Dimensionen, ein „Verständnis“ für diese aufbringt. Er holt uns mit samt unserem trennenden Verstand dort ab, wo wir stehen. Wir dürfen ihm unsere angstbesetzten Bilder übergeben und uns sanft nach Hause führen lassen, dorthin, wo Angst in Liebe, Schuld in Sündenlosigkeit und Mangel in Fülle überführt sind. (Das gemäß dieser Intention interpretierte Pfingstfest habe ich ausführlich im Blog vom 31.5.26 beschrieben.)


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