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Auf der Suche nach Heilung und innerem Frieden

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Wertfreie Stufen

Sonntag, 08. Februar 2026


Ich komme noch einmal auf Wilbers Stufenmodell zur Entwicklung des menschlichen Bewusstseins zurück. Hierarchische Stufenmodelle erzeugen in uns stets die Idee einer Entwicklung zum Höheren hin. So weit, so gut – als neutrale Feststellung; sie neigen jedoch auf Ego-Ebene leicht zur Überheblichkeit, etwas auf- oder abzuwerten, etwas für berechtigter oder weniger berechtigt, für wahrhaftiger oder weniger wahrhaftig zu halten. Wie ist das einzuordnen?

Niemand tut angesichts seiner Modellvorstellung von der Welt etwas Unangemessenes, eine der Kernbotschaften aus „Gespräche mit Gott (2)“. Das mag angesichts so vieler Gräueltaten in der Welt mehr als provokant klingen und doch dürfen wir – jenseits des Ego-Denksystems – lernen, uns wertfrei in das Denken der verschiedenen Stufen hineinzuversetzen. Auch in unserer westlichen Kultur sind wir im Laufe der Geschichte durch die verschiedenen Stufen gewandert (und die Vielfalt unserer Gesellschaft zeigt, dass wir es immer noch tun), Stufen, die andernorts noch durchwandert werden wollen – so wie wir auf der Individualebene ganz unterschiedliche Bewusstseinsentwicklungen von Menschen wahrnehmen können, auch wenn sie beispielsweise gleichen Alters und gleicher Herkunft sind.

Niemand tut angesichts seiner Modellvorstellung von der Welt etwas Unangemessenes. Wenn sich unser Bewusstsein auf einer bestimmten Stufe befindet, dann handeln wir aus genau diesem Bewusstsein heraus und können es auch nicht anders. Bis einschließlich zur GRÜNEN Stufe kritisieren wir dann gerne das Verhalten anderer, die sich auf anderen Stufen befinden. Damit einher gehen Konflikte, Streit und eine Menge Unfrieden, und zwar aus dem mangelnden Verständnis füreinander: Ich kann nicht akzeptieren, wie du denkst. Ich denke doch so und so. Das ist vernünftig. Warum denkst du nicht genauso? Und genau durch diese Ablehnung der Denkweise unseres Gegenübers spalten wir diesen einen Teil in uns selbst ab (Ich im Du), drängen ihn in den Schatten und zementieren damit unsere Unvollständigkeit, unser Mangelbewusstsein.
Erst wenn wir beginnen, das Projektionsspiel zu durchschauen, kann sich der Knoten lösen, und wir dürfen alles (auch uns!) so sein lassen, wie es ist. Dies ist die absolut friedliche, gleichmütige Betrachtungsweise der höchsten Bewusstseinsebene, die Betrachtungsweise Gottes. Sie integriert alles, lässt alles sein, liebt alles bedingungslos, wie es ist.

Auf den Bewusstseinsstufen unterhalb von GELB ist und bleibt dieser buddhistische Gleichmut im praktischen Leben schwierig, im Kleinen wie im Großen. An dieser Stelle darf deutlich werden, wie segensbringend sich die KORALLENE geistige Ebene offenbart: Sie vermag tatsächlich alle illusionären Grenzen und Gegensätze im Licht der Liebe und des Friedens zu einen.
Ein Beispiel: Wenn ich einem meiner sogenannten „Arschengel“ im Alltag begegne, kann es mitunter passieren, dass mich mein (zumeist verdeckter) Groll übermannt und ich in die Unbewusstheit abdrifte. Gehe ich am Abend mit eben dieser Situation auf die geistige Ebene, gelingt es mir eigentlich immer, den Frieden völlig wiederherzustellen. Das, was ich von Angesicht zu Angesicht als trennend wahrgenommen habe, löst sich im Licht der Liebe auf. Diesen Unterschied zu erleben, kommt wirklich einem Wunder gleich. Und ich gehe fest davon aus, dass sich – in der Akzeptanz der derzeitigen Situation, in der völligen Annahme meines jetzigen Bewusstseinszustandes – die Macht des liebenden Geistes über kurz oder lang derart durchsetzen wird, dass sie alle Bereiche meines Lebens komplett durchdringt.

Wir machen uns selber das größte Geschenk, wenn wir Menschen so sein lassen, wie sie sind. Wenn wir akzeptieren, dass sie sich auf je anderen Stufen befinden, die erstens für sie gerade an der Reihe sind und zweitens aus denen heraus sie ohnehin gar nicht anders handeln können, als sie es gerade tun. Wir dürfen dem Fluss des Lebens, der Evolution des Bewusstseins, erlauben zu fließen. Und wir dürfen in Leichtigkeit mitfließen.

Als Vertiefung in die Thematik empfehle ich den meditativen Text „Die große Daseinsberechtigung“ von Robin Kaiser.


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