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Auf der Suche nach Heilung und innerem Frieden

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Zwischendurch

Sonntag, 05. Juli 2026


Bevor es in der nächsten Woche mit Bot­schaf­ten von Salvador weiter­geht, heute einige aktuelle Erkennt­nisse, die mich ereilt, ja teils wirk­lich überrascht haben.

Fangen wir mit dem verlorenen WM-Fußball­spiel an, das die deutsche National­mann­schaft früh­zeitig aus dem Turnier gekickt hat. Eine Nation in Trauer, in Ent­täuschung? Na ja, es hängt davon ab, wie stark der Ein­zelne mit dem Fuß­ball iden­ti­fi­ziert, verklebt ist. Gehörst du zu den­jenigen, die jetzt nach dem verlorenen Match in ein tiefes Loch fallen? Oder viel­leicht zu den­jenigen, die kaum wissen, dass derzeit die Fußball­welt­meister­schaft stattfindet?

Da mein Lebensgefährte Peter ein nicht unbeträcht­liches Interesse am Fußball hat, ist mir die WM nicht verbor­gen geblie­ben. Tat­sächlich bin ich nicht mit dem Fußball verklebt, schaue mal hier und da rein, bin weder sonder­lich inte­res­siert noch muss ich den Fußball-Hype verdam­men. Eine komfor­table Situation, die mich an den buddhis­tischen Gleich­mut erinnert: Du stehst in der Mitte von „was auch immer gerade geschieht“ und siehst in gleich­mütiger Gelassen­heit die Pole der dualen Welt hin- und her­schwingen, siehst das Gewinnen und das Verlieren und erkennst dein Leben darin wieder: Mal stehst du auf der Sieger­seite und mal auf der des Verlierers. Und wenn du in 3D mit dem Ego in all seinen Facetten verbändelt bist, also unbe­wusst identi­fiziert, hast du das Gefühl, dass DU es bist, der unend­lich glück­lich ist oder eben gerade den Boden unter den Füßen verliert.

So gelassen ich in Sachen Fußball bin, so wenig gelassen war ich in der vergan­genen Woche während einer schwierigen Konflikt­situa­tion mit einem mir nahe­stehenden Menschen.
Ich merkte schon, dass ich im Vorfeld „geladen“ war, meine Sicht unbedingt zur Sprache bringen wollte. Wenn ich auch (theore­tisch) sehr gut weiß, dass es immer verschie­dene Perspek­tiven auf eine Situation gibt, so war mein unter­schwel­liges Recht-haben-wollen im Sinne von „Meine Perspek­tive ist jetzt hier die bedeut­samere und muss unbe­dingt gehört werden“ schon ange­legt, wie ich mir im Nach­hinein einge­stehen darf. Ich rutschte also fett ins Unbe­wusste, in die Iden­ti­fikation mit einem meiner Glaubens­sätze (es ging um das Thema „Gerechtig­keit“, ein wichtiges Thema der EINS im Ennea­gramm und auch der Wilber­schen BLAUEN Stufe meiner Kindheit) – mit der Folge, dass sich mein Groll während des Gesprächs mehr als deutlich in meinem Bauch­raum ausdehnte (immerhin war ich zwischen­durch so bewusst, dass ich das ganz klar wahr­nehmen konnte) und ich den massiven Zwang verspürte, meiner Meinung Gehör zu verschaffen. Als mir genau das verwehrt wurde, habe ich das Gespräch aufgebracht beendet.

Die Situation einfach so anzunehmen – erinner dich an die Kunst des Lebens, das Leben so sein zu lassen, wie das Leben eben ist – , ist mir zu diesem Zeit­punkt nicht möglich gewesen.
In typischer Ego-Verstandes-Manier begann ich zu rationa­lisieren (auch im Aus­tausch mit Peter), also zu analy­sieren, was da auf beiden Seiten schief­gelaufen ist. Und so wollte das Ego natür­lich zwischen­zeit­lich die Schuld im Gegen­über suchen: Wenn meiner Meinung Gehör geschenkt worden wäre, wäre alles anders gelaufen.

In einem nächsten Schritt versuchte ich, mich in mein Gegen­über hinein­zu­ver­setzen. Ich kenne es recht gut, mit vielen seiner Glaubens­sätze und Muster bin ich schon in Kontakt geraten. So folgerte ich, dass es dumm von mir war, an dieser Stelle eine bestimmte Erwar­tung gehabt zu haben, die mein Gegen­über auf Grund seiner Muster und Blockaden gar nicht erfüllen kann. Ich hätte es also besser wissen sollen.
Noch immer war ich mit der Konflikt­situation verklebt.

Schließlich konnte ich einen Schritt zurück­treten, kam bei MIR an, konnte zuneh­mend neutral auf die Erfah­rung schauen. Ich erinnerte mich, dass ich nicht da bin, um die Welt zu ver­ändern, auch nicht um Schuldige (weder mein Gegen­über noch mich) aus­zu­machen, sondern anders­herum, um von der Welt durch all das, was mir wider­fährt, verändert zu werden – in ein höheres Bewusst­sein hineingetragen zu werden.
Ich erkannte all die tief­liegenden Glaubens­sätze, die mich als „Opfer“ zurück­ge­lassen, die Trigger, die meinen Groll befeuert haben, die starke Ver­kle­bung mit der Situation, schließ­lich und end­lich die erlö­sende Erkennt­nis, dass das, was ich erlebt habe, nicht mein Sein ist. Dass da „nur“ zwei unbewusste Egos mit­einander auf der Bühne des Lebens gerangelt haben und naiver­weise dachten, ihr Spiel könne gut ausgehen.

Plötzlich konnte ich alles so sein lassen, wie es sich mir zeigte. Ich durfte erkennen, dass ich (Mit-)Schöpfer dieser Erfah­rung war, ja, dass ich diese Erfah­rung ganz offen­sicht­lich machen wollte. Ja, ich wollte mein Thema „Gerechtig­keit“ durch­boxen, mir nicht die Butter vom Brot nehmen, mir nicht den Mund verbieten lassen. Stopp: Nicht ICH wollte das, mein EGO wollte das. Wie schön ich das jetzt aus der Distanz erkennen kann und wie gut es tut, nicht immer Ego sein zu müssen. Das Leben ist so viel leichter, unbe­schwerter. Ja, so geht das mit dem Fließen im Fluss des Lebens. Warum nicht gleich so, Susanne?

Alles darf sein, alles ist gut, auch diese grollige Erfah­rung – schon allein, weil ES IST, weil SIE IST. Mir kam in den Sinn, dass der Lebens­film ja ohnehin schon gedreht ist (dazu mehr im nächsten Blog), alles also so sein soll, wie es ist; auch wenn wir uns zwischen­zeit­lich in leid­vollen Situa­tionen verirren, dient letzt­end­lich alles unserem Besten: Der glück­liche Aus­gang von allem ist gewiss, sagt Jesus im Kurs.

A propos leidvolle Situation: Da blieb immer noch der nicht gelöste Kon­flikt auf der irdischen Ebene. Was tun?
Wie gut, dass es die geistige Welt gibt, die uns hilft und dient, wo immer sie kann. So habe ich um Hilfe gebe­ten: für beiden Par­teien. Und ich habe meinem Gegen­über und mir ver­geben, und zwar unser So-Sein mit unseren festen Denk­mustern und Blockaden, die uns immer wieder ein Bein­chen stellen und Streit und Kon­flikt dadurch erst ent­stehen lassen (zum Thema „Verge­bung“ siehe den Blog vom 5.4.26).

Nach drei Tagen Abstand habe ich mein Gegen­über um ein Gespräch gebeten – und ehr­lich gesagt nicht wirk­lich an eine Antwort geglaubt. Bis ich gestern einen mehr als über­raschen­den Anruf erhielt, der in einen wirk­lich schönen, sanften Austausch mündete…
Der Kurs in Wundern trägt seinen Namen wohl zu Recht.

Natürlich kann nicht jede Erfah­rung so tief nach­empfunden werden, wie ich mir das in diesem Fall erlaubt habe zu tun. Ich übe mich nach wie vor im bewussten Fühlen, Spüren der Energien in meinem Körper, kann immer besser wahr­nehmen, wenn sie fließen oder aber sich stauen und Symptome verur­sachen. Schon mehr als span­nend mit­zu­er­leben, welchen Ein­fluss wir nehmen können, wenn wir aus der unbe­wussten Ver­kle­bung in die bewusste Beobachter­rolle wechseln.
Und: Wenn wir ganz bei uns sind, fällt uns die sach­liche Wahr­neh­mung unserer persön­lichen Anliegen auf der irdischen Ebene deutlich leichter.


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