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Dem Lebensstrang folgen
Sonntag, 12. Juli 2026
Das von Salvador übermittelte Werk „Ohne Worte – Wissen aus der geistigen Welt“ hat es in sich. Immer wieder nehme ich es mir zu einzelnen Kapiteln vor, immer wieder tauche ich tiefer ein, begreife ich mehr. Ja, tatsächlich ist Salvador bemüht, die menschliche Fixierung auf den Verstand aufzugreifen, genau dort anzusetzen und ihm das anzubieten, was anzunehmen er in der Lage ist.
So beschreibt er in Kapitel 3 das LEBEN (im weiteren Sinne) als ein großes Webmuster in Raum und Zeit, in dem jedes Wesen seinen Hauptstrang webt, den Strang, der seiner Authentizität entspricht. Dabei ist es nicht so, dass unsere Lebensbewegungen etwas im Außen hervorrufen. Nein, der Lebensstrang existiert bereits. Es geht vielmehr darum, ob wir unserem eigenen Lebensstrang in unserer Lebensbewegung folgen. Wenn wir das tun, sind wir im FLUSS DES LEBENS. Dann haben wir das Gefühl, dass sich alles fügt, alles in unserem Sinne läuft. Entfernen wir uns von unserem Lebensstrang, kreieren wir in der Materie neue Fäden, die wir dann hinter uns herziehen. Das sind die vom Strom abgetrennten Erfahrungen des Ego, Lebensmuster, die nicht in unsere Authentizität führen, uns stattdessen Sorgen und Leid bescheren. (Dazu passt noch einmal gut der Blog vom 7.6.26.)
Genau das hat Jesus gemeint, als er im Vaterunser betete: Dein Wille geschehe! Wow! Wie so oft an anderer Stelle wurde diese Bitte im Vaterunser – zumindest in meinem kirchlichen und häuslichen Umfeld – dahingehend gedeutet, dass unser Lebenswandel ein guter, ein moralischer sein möge, den Zehn Geboten und damit der BLAUEN Stufe nach Wilber entsprechend.
Versteh mich bitte nicht falsch: Es ist gut und unbestritten, dass die Menschengemeinschaft nicht im Chaos von Sodom und Gomorra versinkt und sich über sinnvolle Regelungen miteinander verständigt. Nur: Darum ging es Jesus überhaupt nicht. ER WUSSTE, dass das LEBEN – man könnte auch sagen –, dass GOTT ein auf alle Wesen abgestimmtes liebendes, intelligentes System ist, ein riesiges Webmuster, das für uns, für alles, was existiert, einen eigenen Strang bereithält, dem wir vertrauensvoll folgen dürfen ( = dein Wille geschehe). Sind wir in Anbindung ( = in Kontakt mit unserem inneren Universum, mit unserem Herzzentrum, mit unserer Seele), können wir die Zeichen „lesen“, die uns zugespielt werden. Wir spüren die Authentizität unseres Weges dann über das Erleben von Freude, von Leichtigkeit, von innerem Frieden, von Stimmigkeit auf allen Ebenen.
Werden wir jedoch Opfer unserer eigenen Strickmuster (= wenn also nicht dein Wille, sondern mein eigener Ego-Wille geschehe), enden wir in einer schmerzvollen Sackgasse. Und genauso zeigt sich das Gesicht der Welt heute vielerorts – und sie, die Welt, zerbricht sich den Kopf darüber, warum das so ist, kommt nicht selten zu dem Schluss, dass es angesichts des Leids auf der Erde keinen (guten) Gott geben kann.
Die Aufklärung hat uns den mündigen, verstandesbetonten Menschen beschert (ORANGENE Stufe nach Wilber), was nach dem BLAUEN Obrigkeitsdenken nötig und an der Zeit war. Und gleichermaßen hat uns dieses „Ich bin meines eigenen Glückes Schmied“ zunächst weiter in die Ego-Abtrennung getrieben, vom Willen Gottes, dem Fluss des LEBENS vertrauensvoll zu folgen, weiter entfernt. Und in der Tat ist es für den aufgeklärten Menschen von heute ein provokanter Gedanke, dass der LEBENSfilm schon gedreht ist, wie es im Kurs heißt. Wir sitzen also im Kino unseres Lebens, gebannt auf unseren Stühlen, und erleben Augenblick für Augenblick „neu“, haben die Vorstellung, wir seien es, die unser LEBEN voranbringen – obwohl der gesamte Film bereits im Kasten ist.
Wir dürfen uns erinnern, dass es mal wieder die Illusion der Zeit ist, die uns hier ein Schnippchen schlägt. Die Zeit ermöglicht eine Dehnung, eine Entzerrung des einen JETZT und lässt uns auf diese Weise unser Leben Augenblick für Augenblick erleben. So existiert unser eigener authentischer Lebenspfad bereits und wird doch gleichzeitig Schritt für Schritt begangen. Der oft zitierte „freie Wille“ liegt allein darin, entweder dem Lebensstrang zu folgen, mitzufließen im großen FLUSS DES LEBENS – oder unser eigenes Ego-Ding zu machen. 5D oder weiterhin 3D (vgl. den Blog vom 14.6.26)?
Die Sehnsucht wird uns früher oder später nach Hause bringen.
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