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Auf der Suche nach Heilung und innerem Frieden

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Im Grunde gut (3)

Sonntag, 26. April 2026


Nicoles dritter Teil:

Ist es Zeit für einen neuen Realismus? Ludger Bregman beantwortet diese Frage in seinem Buch „Im Grunde gut" mit einem entschiedenen JA!

Der Philosoph William James hielt 1896 einen Vortrag, in dem "Der Wille zum Glauben" im Mittelpunkt stand. Ein Beispiel zum Thema Freundschaft: wenn wir ständig an Menschen zweifeln, dann werden wir uns auf eine Art und Weise verhalten, die es unwahrscheinlich macht, dass uns andere mögen.

Zu den wichtigsten Erkenntnissen der Psychologie zählt Bregman den Pygmalion-Effekt, der 1963 von dem Psychologen Bob Rosenthal benannt wurde: Wenn ich von einem positiven Menschenbild ausgehe, verändert sich alles, und zwar für mich (Placebo-Effekt) - ich bin zuversichtlicher, optimistischer und zufriedener!

Der junge Rosenthal fand heraus, dass meine positive Haltung sogar für andere Menschen einen positiven Effekt hat (Pygmalion-Effekt): Wenn ich anderen Gutes zutraue, gelingt es ihnen auch. Wenn ich als Politiker so auf Menschen zugehe, werden sie tolerant und engagiert sein. Wenn ich so als Lehrerin meinen Schülerinnen und Schüler gegenübertrete, dann werden sie gute Leistungen zeigen und sich verbessern. Sie werden eine innere Motivation entwickeln, die mit keinem Geld der Welt erzeugt werden kann.

Das ist der Traum eines jeden Lehrers!

Bregman nennt noch einen weiteren wichtigen Aspekt: Das Bedürfnis nach freiem Spiel, das in unserer Natur liegt. Können wir Spielplätze bauen und Schulen entwerfen, die das Bedürfnis nach Spiel nicht unterdrücken, sondern es fördern?

Können wir alle zu einem Leben zurückkehren, in dem mehr Freiheit und Kreativität möglich ist?

Ja, wir können! Dazu müssen wir uns in eine neue Richtung bewegen, hin zu einem neuen Realismus: eine Welt, in der wir an das Gute im Menschen glauben, ihnen Vertrauen schenken. In der wir die Kinder wieder Kinder sein lassen und sie spielen dürfen. In der wir mutig und zuversichtlich sind.

Und dann kehrt auch die innere Motivation zurück, die tief in uns schlummert und wartet, endlich befreit zu werden.

Und um die Fragen aus Teil 2 nun zu beantworten:

Können wir die Vernunft nutzen, können wir unseren Verstand gebrauchen, um neue Institutionen zu entwerfen? Institutionen, die auf einem anderen Menschenbild fußen? Was, wenn Schulen und Unternehmen, Ministerien und Regierungen vom Guten im Menschen ausgingen?

Ja, es ist möglich!

Ludger Bregman hat in seinem Buch zahlreiche Beispiele für einen neuen Weg, einen neuen Realismus angeführt. Obwohl uns die tägliche Berichterstattung in den Medien etwas anderes weismachen möchte, gibt es überall - im Kleinen - Hinweise auf diesen neuen Realismus.

Ich möchte dies mit einem Zitat von Ludger Bregman zusammenfassen und uns allen Mut machen:

„Es ist eine alte Wahrheit. Von den schönsten Dingen im Leben bekommt man nur dann mehr, wenn man sie verschenkt: Vertrauen, Freundschaft, Frieden."


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Kommentare...

...von Pit am 26.04.2026:

Liebe Nicole, vielen Dank für deine Anregungen. Wie Bregman und du glaube ich auch, dass der Mensch diese guten Ansätze in sich trägt. Und es ist besser für den einzelnen und die Welt, diese Ansätze auszubauen.
Aber ebenso trägt der Mensch die Angst in sich. Diese Angst verleitet ihn, sich zu wehren, sich gegen andere zu stellen. Also ist er gleichermaßen "im Grunde auch böse", sozusagen als Kehrseite. Auch dies ist Teil der dualen Welt, in der wir leben.
Vermutlich kommen wir nicht umhin, diese Welt in ihrer Dualität so zu akzeptieren, wie sie ist.


Antwort von Nicole:

Vielen Dank, Pit, für deinen Kommentar! In unserer dualen Welt ist das so, da gehe ich voll mit.
Eckhart Tolle spricht von „Essenz", dem guten Kern (dem göttlichen Kern) eines jeden Menschen. In einer Welt, in der das Ego überwunden wird und wir erkennen, dass es nicht um die Erhaltung unseres Körpers / unseres Lebens, den Besitz und die immerwährende Suche nach Liebe und Anerkennung geht, überwinden wir auch die Dualität.

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